Warum diese Seiten?

Früher war alles besser?!

Früher war alles besser? Mitnichten! Aber auf ein paar Sachen trifft dieses schon zu: haben sie jemals die solide Technik eines beliebigen, vor 1980 gebauten Marantzgerätes erfahren? Haben sie jemals dessen erschreckend natürlichen Klang erlebt? Dessen unnachahmlich schöne Klangfarben? Wenn ja dann werden sie nun wahrscheinlich die Augen schließen, träumend zu diesem Moment zurückwandern und sich lächelnd an die gute alte Zeit erinnern. Einer Zeit zu der Aluminium, Holz und Stahl und nicht Kunststoff die HiFi Welt mit glänzenden Augen erfüllte.
All diejenigen, die dieses Wunder nicht erleben durften ist nur zu empfehlen es nachzuholen.
Diese alten HiFi Dinosaurier sind rar geworden aber immer noch zu bekommen.

Meine Erleuchtung

Es war die Oktoberausgabe der HiFiVision des Jahres 1992, genaugenommen die Seiten 86/87, die mein Leben entscheidend prägen sollten. Diese Seiten sind schuld, dass www.hifiklassiker.de heute überhaupt existiert.

Was auf den Seiten denn überhaupt zu sehen war? Ein Bild des sagenumwogenden Marantz 2600 zuzüglich eines von ihm schwärmenden Textes. HiFiVision hatte zu dieser Zeit eine besonders schöne Rubrik: sie stellten klassische HiFi-Geräte vor und in dieser Ausgabe war der 2600 dran.

“Es ist groß, es ist schwer und es war der Wunsch-Receiver aller HiFi-Fans der späten Siebziger: Das Model 2600 der amerikanischen Traum-Fabrik Marantz.“ Den oder keinen schrieb ich auf meine Fahnen, den will ich haben! Aber woher nehmen? Nun, damals war ich gerade mal 14 Jahre alt, das Internet kannte ich nicht mal vom Hörensagen und auch sonstige Quellen, wo man solch ein Gerät herbekommen könnte waren mir nicht bekannt, schade. Was machte ich also? Ich kaufte mir erst mal einen normalen Versärker, den „Pioneer A-701 R“ und dieses ist beileibe kein schlechtes Gerät, seine Spieleweise ist sehr knackig, präzise und mit 2x132 Watt an 4Ohm und 2x95 Watt an 8Ohm kann er auch watthungrige Lautsprecher mit ordentlich Leistung versorgen. Für 1000,- hat man schon ein sehr ordentlich gebauten Verstärker bekommen, dem zusätzlich noch eine Systemfernbedienung beigelegt wurde – 1992 war das noch keine Selbstverständlichkeit.

Die Jahre zogen ins Land, alte Liebe rostet aber nicht. Ich war immer noch auf der Suche nach einem 2600. Ohne Erfolg.

Erste Erfolge

Aber im Sommer 1999 ereignete sich folgendes: Mein Videorecorder gab den Geist auf, ich brachte ihn zur Reparatur und was sah ich in dem Schaufenster der Werkstatt? Einen Marantz 2275. Hab ihn sofort für 280,- gekauft. Einige Sachen mussten dran erledigt werden, so waren die Lämpchen, die die Sendertabelle beleuchten teilweise defekt und beinah sämtliche Schalter waren schmutzig und hatten Kontaktschwierigkeiten. Gut, es war nichts großes, hätte man ohne Probleme reparieren können. Allerdings bekam ich für dieses Gerät ein Angebot von knapp über 500,- da konnte ich nicht wiederstehen. 500,- was mache ich damit? Ich entdeckte eine Anzeige von einem Marantz 4270 für 400,- auch da konnte ich nicht wiederstehen. Das besondere an diesem Gerät ist der Aufbau als Quad-Gerät, als 4 Kanal-Receiver. Normalerweise nutze man diese Technologie, um ein erweitertes Stereobild, nur eben mit 4 Lautsprechern zu erzeugen. Einige Radiostationen sendeten damals ein entsprechend codiertes Signal aus. Ich sah den Verwendungszweck aber nicht im Quad-Betrieb sondern im Bau eines vollaktiven Lautsprechersystems, welches wie folgt aussieht: Momentan ist es als Sub-Sat-System aufgebaut. Die Satelliten werden von dem genialen ACR/Fostex FE 103 Sigma gestellt, einem Ausnahmevollbereichslautsprecher für gerade mal 80,- pro Stück. Den Tieftonbereich deckt je ein Monarch SPH-165 KEP ab. Ebenfalls ein außergewöhnlich gutes Chassis, für einen niedrigen Preis (etwa 130,-). Der FE 103 S ist durch ein passives Filterwerk im Mitteltonbereich begradigt, die eigentliche Weiche stellt eine Monarch MCX-230 dar. Diese kommt aus dem PA-Bereich und ist mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss, jedoch ist es unheimlich schwierig eine Aktivweiche für den HiFi-Bereich zu bekommen, wenn man nicht bereit ist 700,- und mehr dafür auszugeben.
Die Monarchweiche kostete mich 80,- (über eBay) und ich bin im Prinzip vollauf zufrieden mit ihr. Sie hat pro Kanal einen Phasenumkehrschalter, stufenlose Pegelabsenkung/anhebung von –24 bis +10db. Ihre Übergangsfrequenzen sind von 250 (leider so hoch) bis 6Khz stufenlos regelbar. Da ich meine Subs ziemlich direkt unter den Satelliten platziert hab ist die hohe Übergangsfrequenz jedoch praktisch kein Problem.

Des weiteren besteht meine Anlage seit der Zeit, seit der ich den 4270 besitze, auch aus dem Marantz 5220 Tape. Dieses konnte ich für 170,- über eBay ersteigern.

Ich habs geschafft!

Ein viertel Jahr später war es dann so weit:

„Damaliges Spitzenmodell aus der blauen Serie!! Oszituner und 2x400Watt Sinus!! Als Ersatzteilträger oder zum Restaurieren. Das Gerät spielt einwandfrei (Traumhafter Klang) jedoch fehlen sämtliche Knöpfe und Tastenkappen. Die Frontblende ist ziemlich verhuddelt und die Scala ist am unteren Rand oxidiert!! Ist schon ein Schnäppchen wegen der nicht mehr erhältlichen Ersatzteile!! (Endstufen und Scoperohr). Gerät ist im ORGINALZUSTAND! Achtung!! Nur Abholung Barzahlung!! Keine Versand da sehr schwer!!“

Das war der Originaltext, mit dem der 2600 in einer eBay-Auktion angepriesen wurde. Der Text klingt übrigens schlimmer, als das Gerät in Wirklichkeit aussah. Es war sofort klar, es war seit nunmehr 8 Jahren klar: ich muss ihn haben. Die 500,- Kosten und die Fahrt nach Köln nahm ich auf mich und schon am nächsten Wochenende war der Marantz nun endlich mein. Ich war außer mir vor Glück!

Was für ein Gefühl, als ich den Stecker in die Steckdose steckte, die Lautsprecher waren angeschlossen, und ihn zum ersten mal einschaltete. Was für ein Klang, nichts was ich bis dato gehört hab kommt auch nur annähernd an die klanglichen Qualitäten des 2600 ran. Vor ein paar Wochen konnte ich meine Anlage noch um einen Thorens 146 Plattenspieler (Flohmarkt, Top erhalten für 70 DM) erweitern.

Nun kann ich sagen, ist ein Traum wahr geworden.

Zielsetzung

Diesen und anderen klassischen HiFi-Geräten möchte ich meine Webseite widmen.
www.hifiklassiker.de will vor allem eine Orientierungshilfe für ("alt") HiFi begeisterte, Sammler und High-End Ein- bzw. Aufsteiger sein. Hier finden ihr hoffentlich alle gesuchten Daten, Hinweise, Bilder und Infos zu den von ihnen gesuchten Geräten und vielleicht noch etwas mehr...